11.06.2016 / Feuilleton / Seite 11

Die große Liebe des Kommunisten

… dessen Kind in der DDR hätte geboren werden sollen: Eine Graphic Novel über mosambikanische Vertragsarbeiter

Alexander Reich

Zuerst wurde das Comic »Madgermanes« Mitte April in Maputo vorgestellt, der Hauptstadt von Mosambik. Dort sind die Madgermanes – von »Mad(e) in Germany«, ein übernommenes Schimpfwort – bekannt wie ein bunter Hund. Seit 25 Jahren ziehen sie durch die »Straße des Volksbefreiungskampfes«, Treff immer mittwochs gegen elf Uhr, einige hundert Leute mit Pappschildern und DDR-Fahnen, die kein besonderes Interesse wecken. Ihr Anliegen ist sehr speziell und lässt sich nicht so ohne weiteres verallgemeinern.

»Gemischt« seien die Reaktionen in Maputo gewesen, sagt Autorin und Zeichnerin Birgit Weyhe. »Einerseits hieß es, dass sie kein Buch brauchen, sondern das Geld, was ich verstehen kann«. Gemeint ist jener Teil des Lohns, um den die »Madgermanes« als DDR-Vertragsarbeiter geprellt wurden. Nur darum gibt es ihre Mittwochsdemo.

Andererseits ging es dann auch bei der Buchvorstellung noch um mehr als die paar tausend Euro für jeden einzelnen Demonstranten (die Ber...

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