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10.06.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Unter die Räuber gefallen

In der Republik Moldau haben dubiose Geschäftsleute die Macht übernommen. Weil sie sich prowestlich geben, werden sie von Deutschland protegiert

Robert Allertz

In Palanca, im südöstlichen Zipfel des Landes gelegen, kann man das Schwarze Meer nur riechen. Das Grenzdorf mit seinen etwa 2.000 Seelen liegt an der Europastraße 87, zwei Kilometer von der See entfernt. Die Republik Moldau ist ein Binnenland, eingekeilt zwischen der Ukraine und Rumänien und so groß wie Sachsen und Thüringen zusammen. Gut drei Millionen Menschen leben dort.

Für die NATO ist der Landstrich eher bedeutungslos: Er grenzt nicht an Russland. Die EU, in den 90er Jahren noch auf Einkaufstour, zeigte sich hingegen schon aus Prinzip interessiert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank gaben 1993 bereits die Marschroute zur Wirtschaftsliberalisierung vor. Man betrachtete Moldau, das sich im Sommer 1991 von der Sowjetunion losgesagt hatte, als »perfektes Labor für die Umsetzung von Reformen« (The Economist im März 1995).

Doch das Land fiel nicht nur unter auswärtige, sondern vor allem unter inländische Räuber. Wie in anderen Nachfolg...

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