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06.06.2016 / Inland / Seite 5

Kind fällt durchs Netz

Landkreis Harz: Jobcenter kürzt einer Frau die Bezüge, weil sie ihre kleine Enkelin bei sich aufnahm. Sozialamt sieht sich nicht zuständig

Susan Bonath

Ein wochenlanger Kampf mit den Ämtern und ein leeres Portemonnaie lassen Marita Lehmann* verzweifeln. Ihre sechsjährige Enkelin Lisa* ist zum Spielball der Behörden des Landkreises Harz in Sachsen-Anhalt geworden. Das Kind lebt seit 1. Mai bei seiner 47jährigen Großmutter, die mit Hartz IV aufstockt. Seither wird dem Mädchen die Existenzsicherung verwehrt. Weder Jobcenter noch Sozialamt sehen sich zuständig. Mehr noch: Die Behörden kürzten Oma und Mutter Jana Lehmann* die Bezüge.

Beide Frauen hatten jahrelang zusammen gewohnt, berichtet Marita Lehmann im Gespräch mit jW. Als das Haus verkauft wurde, mussten sie raus. Sie blieb in der Stadt, während die Mutter mit Lisa aufs Dorf zog. Das Mädchen plagte die Sehnsucht nach der Oma, ihre Mutter suchte händeringend einen Ausbildungsplatz. Schließlich hätten beide vereinbart, die Sechsjährige im Sommer am Wohnort der Oma einzuschulen. Lisa sollte bei ihr leben. Jana Lehmann, ebenfalls im Hartz-IV-Bezug, meldete ...

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