Gegründet 1947 Sa. / So., 14. / 15. Dezember 2019, Nr. 291
Die junge Welt wird von 2220 GenossInnen herausgegeben
02.06.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Klare Worte nach 101 Jahren

Bundestag stimmt über Antrag zur Verurteilung des Völkermords an den Armeniern ab

Ulla Jelpke

Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, dass während des jetzigen Krieges im verbündeten türkischen Reiche die armenische Bevölkerung zu Hunderttausenden aus ihren Wohnsitzen vertrieben und niedergemacht worden ist?« wollte der Reichstagsabgeordnete der SPD, Karl Liebknecht, am 11. Januar 1916 wissen. Als Liebknecht dann von einer »Ausrottung der türkischen Armenier« sprach, wurde er von anderen Abgeordneten niedergebrüllt, und ihm wurde vom Reichstagspräsidenten das Wort entzogen.

Knapp 90 Jahre später sollte der Genozid an bis zu 1,5 Millionen Armeniern und anderen Christen im Osmanischen Reich, an dem das Deutsche Kaiserreich durch sein Kriegsbündnis mit der Türkei eine Mitverantwortung trug, wieder Thema im Plenum des deutschen Parlaments werden. 2001 scheiterte der PDS-Abgeordnete Uwe Hiksch mit der erstmaligen Initiative für einen fraktionsübergreifenden Gruppenantrag zur Anerkennung des Völkermordes und eine öffentliche Entschuldigung des Bundestag...

Artikel-Länge: 5826 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €