11.04.2002 / Feuilleton / Seite 0

Situationskonfitüre

Zweihundertvierzig Plateaus: Wie der kleine Merve-Verlag große Ideen transportiert

Hartmut Andryczuk

Wenn man einen Verlag gründet, hat man nur die Wahl eines Namens- oder Sachtitels. Merve hieß die frühere Ehefrau von Peter Gente, »Merve« war auch der Titel eines Kitschromans von Ulrich Grabenhorst in den 30er Jahren. Gegründet wurde der Verlag mit dem schlichten Rautenzeichen, welches immer auf dem Deckel und der Rückseite gedruckt ein geöffnetes Buch darstellt, im Jahre 1970. Von Beginn an waren den Merve-Betreibern Peter Gente und Heidi Paris Inhalte wichtiger als das Design. In den 80er und 90er Jahren, wo man beispielsweise in der Kunst und auch im Verlagswesen viel Wert auf das Plakative legte, wäre das vielleicht ein Hindernis gewesen, aber der Merve-Verlag hatte sich in den 70er Jahren als Forum der undogmatischen Linken bereits einen Namen gemacht. So findet sich kurioserweise in diesen turbulenten Anfangszeiten in der Publikation »Arbeitspapiere Nr. 11« eine Verteidigungsrede von Otto Schily auf Horst Mahler.

1975 entstand die Reihe »Intern...

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