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18.05.2016 / Ausland / Seite 2

»Im Irak droht ein politisches Vakuum«

Regierung in Bagdad kaum noch ­funktionsfähig. Oppositionsbewegung auf der Straße kommt in Fahrt. Gespräch mit Salah Al-Nasrawi

Chiara Cruciati

Der Sturm der Anhänger des schiitischen Geistlichen Muqtada Al-Sadr auf die »Grüne Zone« und das irakische Parlament in Bagdad am 30. April hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Was steckt dahinter?

Das Auftauchen einer Politik der Straße. Die politischen Parteien haben die Frustration der Leute und den wachsenden Einfluss von Al-Sadr in den vergangenen Monaten nicht ernst genommen. Sie sehen ihn noch immer als einen extremistischen Prediger, der daran interessiert ist, sich ein bisschen Macht zu sichern. Sie begreifen nicht, was Al-Sadr da anführt: einen Volksaufstand, an dessen Spitze zwar er und seine Bewegung stehen, der aber sehr viel größere Teile der Gesellschaft umfasst. Wir erleben hier eine populäre Massenbewegung, die unterschiedliche und breite Schichten der Gesellschaft gegen die politische Elite mobilisiert, insbesondere gegen die schiitische Elite.

Will Al-Sadr an die Regierung?

Es könnte so aussehen, als ob Al-Sadr die traditionelle schiitische ...

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