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17.05.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

»Wir werden nicht schweigen«

Verhaftungen, Schläge, Zensur: Kurdische Journalisten arbeiten in der Türkei unter schwierigsten Bedingungen

Peter Schaber, Diyarbakir

Als ich mich zwischen zwei Ausgangssperren im Januar 2016 in der kurdischen Stadt Nusaybin an der syrisch-türkischen Grenze aufhielt, lernte ich eine junge Kollegin kennen. Meltem Oktay empfing mich und meinen Freund Onur in einem Teehaus im zentralen Baris-Park. Gebürtig aus Dersim, war sie hierhergekommen, um für die Nachrichtenagentur Dicle Haber (Diha) über jenen grausamen Krieg zu berichten, den der türkische Staat seit Monaten gegen die kurdische Bevölkerung im Südosten des Landes führt. »Ich fühle mich verpflichtet, der Welt mitzuteilen, was hier geschieht«, erklärt sie die Entscheidung für die Arbeit in diesem gefährlichen Gebiet. Sie half uns, wo sie nur konnte. Ohne sie und ihre Kollegen von Diha wäre auch für uns als Ausländer hier kein journalistisches Arbeiten möglich gewesen.

Menschen wie Meltem Oktay ist es zu verdanken, dass überhaupt Informationen über den Panzer- und Artilleriebeschuss, das gezielte Morden durch Scharfschützen, die sy...

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