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13.05.2016 / Feminismus / Seite 15

Keinen Bock aufs Differenzieren

Alice Schwarzer beansprucht Deutungshoheit zu Übergriffen von Köln – und attackiert Kolleginnen

Jana Frielinghaus

Nicht nur der Boulevard liebt den Dauersuperlativ. Immer häufiger verzichten auch Medienleute, die sich selbst als hoch seriös betrachten, auf jede Form von Abstufung. So entstehen Wortschöpfungen wie »Flüchtlingstsunami«. Oder eben »Horrornacht«. Für letztere ist Deutschlands ideelle Gesamtfeministin Alice Schwarzer verantwortlich. Sie meint damit nicht etwa ein Massaker, sondern die zweifellos schändlichen massenhaften Fälle sexueller Belästigung, Drangsalierung und Beraubung von Frauen in der Kölner Silvesternacht. In ihrem neuen Buch »Der Schock – die Silvesternacht von Köln« bezeichnet sie die Vorfälle gar als »muslimisches Inferno«.

Der finstere Muselmann ist gerade in den letzten Tagen wieder in fast jeder öffentlich-rechtlichen Talkshow zumindest als Projektion zu besichtigen. Zuletzt am Mittwoch in der Sendung »Maischberger«. Teil der Expertenrunde: selbstverständlich Alice Schwarzer. »Das war eine bestimmte Sorte von Muslimen«, sagte die 73jährig...

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