03.05.2016 / Inland / Seite 2

»Der Kabelbinder wurde nach vier Stunden gelöst«

Hunderte Demonstranten gegen die AfD wurden in Stuttgart ­stundenlang gefesselt und inhaftiert. Ein Gespräch mit Cyril Bommel

André Scheer

Sie sind am Sonnabend mit einem von ver.di organisierten Bus von Augsburg nach Stuttgart gefahren, um gegen den Parteitag der »Alternative für Deutschland«, AfD, zu protestieren. Doch an der Demonstration konnten Sie gar nicht erst teilnehmen. Was ist passiert?

Wir sind in Stuttgart aus unserem Bus ausgestiegen und sahen etwa 100 Meter entfernt auf einer Kreuzung eine Ansammlung von Menschen. Es war klar, dass diese Leute gegen die AfD protestieren wollten, also haben wir uns zu ihnen gesellt. Von der Gruppe ging definitiv keine Gewalt aus, trotzdem wurden wir nach zehn Minuten von der Polizei eingekesselt, und jeder Mensch in diesem Kessel wurde verhaftet. Man muss sich das einmal vorstellen: 400 Menschen wurden einfach so, ohne Begründung festgenommen und wie Vieh in Busse geprügelt.

Wie wurden Sie behandelt?

Gleich zu Beginn der Festnahme wurden mir die Arme verdreht und mir wurde in den Bauch geschlagen. Danach hat mir ein Polizist gesagt, dass er mir di...

Artikel-Länge: 4540 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe