29.04.2016 / Feuilleton / Seite 11

Die perfekte Einrichtung

Letzte Lenins (2). Dialektisches Asyl in Westberlin

Carlos Gomes

Lenin schaut staatsmännisch mit eisernem Blick in die Ferne, hinter ihm fällt die Berliner Mauer, doch sie transformiert sich sofort in eine neue Mauer aus Geldscheinen. Das ungezügelte Kapital kann jetzt hinter dem Rücken des kommunistischen Revolutionärs die Macht ergreifen. Das ist zweifellos eines der ausgefallensten Ensembles in Berlin und kann von der Brommystraße aus – einer kleinen Sackgasse in Kreuzberg – betrachtet werden. Im Vordergrund sieht man hier die drei Meter hohe Lenin-Statue auf einem Firmengelände, dahinter das riesige Wandbild des berühmten italienischen Straßenkünstlers Blu.

Klaus Zapf (1952–2014) war der Chef und Gründer der erfolgreichen Berliner Firma »Zapf Umzüge«. Und er war verantwortlich für die Aufstellung der Westberliner Lenin-Statue – mutmaßlich die einzige, die nach 1990 auf deutschem Boden neu errichtet wurde. In Berlin-Tempelhof soll es vorübergehend noch eine w...

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