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18.04.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Komfortzone für Unternehmer

KNV Logistik in Erfurt: Gewerkschaftsfeindlicher Buchgroßhändler mit Hungerlöhnen und unregulierter Arbeitszeit

Elmar Wigand

Der deutsche Buchhandel hat gemeinhin ein gemütliches, menschenfreundliches Image. Angesichts von Onlinehandel und E- Books steht er allerdings unter extremem Druck. Das oberflächliche Bild des sympathischen Buchhandels, der wie David gegen den US-Goliath Amazon kämpft, bekommt bei näherer Betrachtung der Verhältnisse tiefe Risse.

Etwa ein Viertel der Buchhändler wird von der Firma KNV Logistik aus Erfurt beliefert. Dort arbeitet ein großer Teil der 1.000 Beschäftigten unter Bedingungen, die an die US-Autoindustrie um 1919 erinnern – frei von Gewerkschaften, Mitbestimmung, Tarifverträgen und regulierten Arbeitszeiten. Das Lager der Koch, Neff & Volckmar GmbH (KNV) in Erfurt-Mittelhausen ist auch ein schillerndes Beispiel für den aggressiven Umgang westdeutscher Unternehmen mit der DDR.

KNV stieg bereits 2005 aus dem Tarifvertrag aus. 2010 folgten Massenentlassungen an den bisherigen Versandlagern in Köln und Stuttgart-Vaihingen. 900 Beschäftigte verlo...

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