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18.04.2016 / Inland / Seite 4

Genscher und das Mädchen

Staatsakt ohne Schattenseiten: Schweigen zum Mord an Elisabeth Käsemann

Siegfried Schmidtke

Mit einem Staatsakt wurde am Sonntag der Ende März verstorbene frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher (89) geehrt. Genscher gehörte zweifellos zu den bedeutendsten westdeutschen Politikern: 23 Ministerjahre, fünf im Innenressort und 18 als Außenminister, hinterlassen einen Eindruck in den Geschichtsbüchern. Dass Genscher durch die separate Anerkennung der jugoslawischen Teilrepubliken Kroatien und Slowenien 1991 den Weg Deutschlands in den dritten Krieg auf dem Balkan im 20. Jahrhundert ebnete, fand während der Trauerfeier ebensowenig Erwähnung wie seine Rolle im Falle der ermordeten Elisabeth Käsemann.

Elisabeth Käsemann war die Tochter eines evangelischen Theologen aus Tübingen. Nach Studienjahren in Berlin lebte sie ab 1969 in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Als Freiwillige beteiligte sie sich an Sozialprojekten, etwa Alphabetisierungskursen in den Armenvierteln der Hauptstadt. Auch arbeitete sie in linken Organisationen und Gewerkscha...

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