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08.04.2016 / Ausland / Seite 6

Hunger und Beschuss

Unter den Augen der OSZE bahnt sich im Donbass eine humanitäre Katastrophe an

Reinhard Lauterbach

Die Ukraine hat ein trauriges Alleinstellungsmerkmal. Sie ist das einzige Land in Europa, in dem das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) Nahrungsmittelpakete verteilt. Wie aus einer Anfang der Woche verbreiteten WFP-Meldung hervorgeht, sind im Kriegsgebiet im Donbass etwa 1,5 Millionen Menschen von Unterernährung bedroht, davon 300.000 akut. Die meisten der Hungernden leben nach Darstellung des Welternährungsprogramms in den international nicht anerkannten Volksrepubliken. Der zuständige UN-Beamte, Giancarlo Stopponi, machte hierfür die ukrainische Wirtschaftsblockade verantwortlich. Kiew hat seit Ende 2014 alle Sozialleistungen für die Bevölkerung in den »Volksrepubliken« eingestellt.

Die von der UN genannte Zahl von 1,5 Millionen Hungernden entspricht etwa der Hälfte der aktuell auf drei Millionen Menschen gezählten Bevölkerung der »Volksrepubliken«. Die »weißen Konvois« mit humanitärer Hilfe aus Russland sind in letzter Zeit seltener gew...

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