31.03.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

»Das ist ein Kriegsverbrechen«

US-Flugzeuge bombardierten die Universität von Mossul. Mindestens 90 Menschen wurden dabei getötet. Ein Gespräch mit Dr. Souad Naij Al-Azzawi

Karin Leukefeld

Am 19. und 20. März ereigneten sich in Mossul Angriffe, über den in deutschen Medien praktisch nicht berichtet wurde. Können Sie uns schildern, was geschehen ist?

Kampfjets der US-Luftwaffe haben die Universität bombardiert, die am östlichen Stadtrand von Mossul liegt. Es war eine Welle von Angriffen, die um die Mittagszeit, kurz nach 13.00 Uhr, begannen, als viele Menschen dort unterwegs waren. Die Bombardements waren massiv und richteten große Zerstörungen an. Bisher haben die Angriffe der »Koalition« auf öffentliche und staatliche Einrichtungen nachts stattgefunden. Beispielsweise wurden sechs Banken, das Rathaus von Mossul, Wasserreinigungsanlagen und so weiter bombardiert. Dass die Attacken diesmal mitten am Tag stattfanden, kann ich nur so interpretieren, dass sie sich absichtlich und geplant gegen die Bevölkerung, gegen Zivilisten richteten. Das ist ein Kriegsverbrechen.

Es wurden bunkerbrechende Waffen eingesetzt. Diese zerstörten das Hauptge...

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