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29.03.2016 / Ausland / Seite 8

»So wird die Untätigkeit der Behörde legitimiert«

Zürichs Behörden wollen Lohndumping unmöglich machen, indem sie den Referenzwert nach unten drücken. Gespräch mit Lorenz Keller

Florian Sieber, Zürich

Zürichs Arbeiterschaft ist in Aufruhr. Beschäftigte von Detailhandel und Maschinenindustrie befürchten, dass ihre Gehälter weiter unter Druck geraten. Im Zentrum steht dabei die Einführung eines »Normalarbeitsvertrags«. Herr Keller, was geht da bei Ihnen im Kanton vor sich?

Was derzeit im Kanton Zürich passiert, ist pervers. In zwei Branchen, dem Detailhandel einerseits und in der Maschinenindustrie (in der BRD: Einzelhandel und Maschinenbau; Anm. d. Red.) andererseits, wurden bei Lohnkontrollen wiederholt massive Missbräuche aufgedeckt. Die Beschäftigten wurden dort viel schlechter bezahlt, als in der Branche üblich wäre. Nun könnten die Behörden einen sogenannten Normalarbeitsvertrag erlassen, der Löhne festlegt, wie sie in den Tarifverträgen zu finden sind. Statt dessen hat das zuständige Amt für Wirtschaft und Arbeit, AWA, in Zürich einen Normalarbeitsvertrag mit absoluten Tiefstlöhnen festgelegt. Im Monat sollen die Beschäftigten im Detailhandel nur 3...

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