29.03.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

»Unverhüllter Klassenkampf«

Gelenkter Protest: Brasiliens neue Wutbürger speisen sich vor allem aus den ­privilegierten Schichten. Ein Gespräch mit Camila Tribess

Christiane Dias, Florianópolis

Brasilien befindet sich in einer schweren politischen Krise. Auf der Straße wird aggressiv eine Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei PT gefordert. Die Linke verspottet diese Demonstranten gern als »Coxinhas«, nach dem populären Snack im frittierten Teigmantel. Was sind das für Leute, die da auf die Barrikaden gehen?

In der ironisch so bezeichneten Bevölkerungsgruppe überwiegen Männer, und ihre Hochburgen liegen im ökonomisch stärker entwickelten Süden und Südosten des Landes. Es handelt sich fast nur um Weiße, und das in einem Land mit einem hohen Anteil Schwarzer und einer sehr gemischten Bevölkerung. Außerdem gehören die »Coxinhas« der Oberklasse oder der oberen Mittelklasse an. Bei Erhebungen während der Proteste am 13. März wurde festgestellt, dass ihre Einkommen im Durchschnitt bei zehn Mindestlöhnen liegen (umgerechnet etwa 2.180 Euro), weit über dem nationalen Mittelwert.

Warum haben gerade diese Leute nun das Demonst...

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