04.03.2016 / Thema / Seite 12

Erfrischender Märzsturm

Im Frühjahr 1926 unterschrieben rund 13 Millionen Staatsbürger des Deutschen Reichs für ein Volksbegehren zur Enteignung der Fürsten

Manfred Weißbecker

Mächtig rumorte es vor neun Jahrzehnten in Deutschland: Empörung machte sich breit, wachsender Protest richtete sich gegen offenkundige Ungerechtigkeit. Da gab es auf der einen Seite das enorme Vermögen der Fürstenhäuser. Auf der anderen Seite litten Arbeitslose alltäglich unter wachsender sozialer Not, ebenso all die anderen Opfer von Inflation und Aufwertungsgesetzen. Sechs bis acht Millionen Deutsche lebten nahe der sogenannten Hungergrenze, wie Zeitgenossen errechneten, während adlige Familien ihre in Revolution und Inflation geretteten Reichtümer auf deren Kosten erheblich vermehren wollten. Von dieser Situation ausgehend hatten die kommunistischen Abgeordneten mit ihrem am 25. November 1925 im Reichstag eingereichten Antrag auf eine entschädigungslose Enteignung der deutschen Fürsten (jW-Thema, 25.11.2015) einen mächtigen Stein ins Rollen gebracht. Der Gesetzesentwurf gab den antifeudalen und republikanischen Stimmungen eine Orientierung und löste ...

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