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04.03.2016 / Inland / Seite 4

Vermummter zum Reden gebracht

NSU-Prozess:Verfassungsschutz wusste frühzeitig von Waffenbeschaffungsplänen

Claudia Wangerin

Brandenburgs Verfassungsschützer lieben im Zeugenstand die Maskerade. Auf eine deutliche Aussprache legen sie dort nicht alle Wert. Der Vorsitzende Richter im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München, Manfred Götzl, erwartet dagegen Respekt. Zwar hat noch keine offensichtliche Lüge in dem Jahrhundertverfahren ernste Konsequenzen für den jeweiligen Zeugen gehabt, aber wenn ein vermummter Ex-V-Mann-Führer seine Aussage vom Blatt ablesen will und dann auch noch vor ihm Kaugummi kaut, zeigt Götzl, dass man mit einem bayerischen Richter nicht alles machen kann.

Die Vernehmung des Beamten Reiner Görlitz, der sich zunächst so danebenbenahm, ergab dann laut Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch doch noch Brisantes. Demnach wusste der Brandenburger Verfassungsschutz bereits 1998, dass Chemnitzer Neonazis Waffen für das in Jena untergetauchte Trio Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt beschaffen wollten. Görlitz – womöglich ein Arbeitsname – war seinerzeit ...

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