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27.02.2016 / Titel / Seite 1

Weiter Minimindestlohn?

Lohnuntergrenze soll auf nur 8,80 Euro pro Stunde steigen. Um die von ver.di-Chef Bsirske geforderten zehn Euro durchzusetzen, braucht es Druck

Herbert Wulff

Auf nur 8,80 Euro pro Stunde soll der gesetzliche Mindestlohn ab Januar 2017 angeblich steigen. Das berichtete der Berliner Tagesspiegel am Freitag unter Berufung auf »Kreise der Mindestlohnkommission«. Dieses mit jeweils drei Gewerkschafts- und Unternehmerfunktionären besetzte Gremium hat die Aufgabe, eine Empfehlung zur Weiterentwicklung des Mindestlohns auszusprechen. Eine Grundlage ist die »nachlaufende Tarif­entwicklung«, also die Erhöhung der Tarifentgelte bis Mitte des Jahres.

Der »Tarifindex« für 2015 und das erste Halbjahr 2016 lasse eine stärkere Erhöhung des Mindestlohns nicht zu, so der Tagesspiegel. Diese Aussage ist insofern bemerkenswert, als die diesjährigen Tarifrunden gerade erst anlaufen. Ver.di fordert für die Druckindustrie und die Deutsche Telekom jeweils fünf Prozent mehr Geld. Für die 2,14 Millionen Beschäftigten des Bundes und der Kommunen will die Dienstleistungsgewerkschaft sechs Prozent mehr durchsetzen. Mit 5,9 Prozent fast...

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