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30.01.2016 / Feuilleton / Seite 11

Auf die Wurst noch Käse

Alles für die Sitzecke im Traumhaus: Der Dokfilm »Family Business« über eine polnische Pflegekraft in Deutschland

Alexander Reich

Am Rande des westpolnischen Städtchens Lubin lebt eine dreiköpfige Familie – Vater, Mutter, pubertierende Tochter – auf einer Traumhaus-Baustelle. Seit Jahren. Die gehobenen Ansprüche an die Inneneinrichtung stehen in einem ungünstigen Verhältnis zu den Einkünften aus Gelegenheitsjobs. Die Raten eines Kredits könnten kaum bedient werden, und so gibt es halt auch das »eigene Zimmer« der Tochter bis auf weiteres nur als Rohbau. Viele in der Gegend wohnen so, sagt Christiane Büchner, die in ihrem Dokfilm »Family Business« zeigt, wie die Mutter, Jowita Sobolak, sich mit Magenschmerzen durchringt, als Altenpflegerin nach Westdeutschland zu ziehen. Zunächst für zwei Monate.

Die Trennung von der Tochter ist für Jowita eine Tortur. Wie sie dann von der herrischen 88jährigen behandelt wird, der sie 24 Stunden am Tag auf engstem Raum zur Verfügung zu stehen hat, grenzt an seelische Grausamkeit. Sie müsse Kartoffeln kochen lernen, raunzt die Alte. Und Deutsch natürli...

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