19.01.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Orchestrierte Eskalation

»Regime-Change« in der Ukraine: Vor zwei Jahren wurde der Oppositionsprotest auf dem Kiewer Maidan »radikalisiert«

Robert Allertz

Weißgepudert, vom Strahl eines Trockenfeuerlöschers getroffen, steht er in Kiew bei einer Massendemonstration da wie ein New Yorker Firefighter an »Nine Eleven«. Der von der Konrad-Adenauer-Stiftung aufgebaute Oppositionsführer, der doch Präsident der Ukraine werden soll, versinkt in Hohn und Spott. Die Bilder des von den eigenen Leuten Gedemütigten gehen sofort um die Welt. Witali Klitschkos Gesicht offenbart Ratlosigkeit und Unverständnis. Nein, er hat noch immer nicht begriffen, dass ganz andere Kräfte am großen Rad drehen und er allenfalls der nützliche Idiot ist, das prominente Aushängeschild, das Feigenblatt, der vermeintliche Saubermann im Drecksgeschäft der ukrainischen Politik.

Es ist der 19. Januar 2014. Die aufgeputschte Masse auf dem Maidan versucht erfolglos, Regierungsgebäude zu stürmen, Klitschko will sie bremsen. Später würde es in Kommentaren heißen: Die Opposition habe ihre eigenen Leute nicht mehr unter Kontrolle. Klitschko als Parte...

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