25.02.2002 / Thema / Seite 0

Ins Mark getroffen

Die Reaktion der bürgerlichen Medien auf die Rede von Slobodan Milosevic gegen das Haager »Tribunal«

Klaus Hartmann

Souverän, nicht in Sack und Asche, angriffslustig statt gebrochen – der Auftritt von Slobodan Milosevic vor dem Haager »Tribunal« war so gar nicht nach dem Geschmack der Veranstalter und ihrem journalistischen Anhang. In unheilvoller Vorahnung warnte der Kommentator von Brelie in der Hannoverschen Allgemeinen das Publikum, noch bevor der Delinquent das Wort erhielt: »Niemand sollte seine für heute angekündigten Einlassungen für bare Münze nehmen«, denn dem »Trickser und unbelehrbaren Herrscher« liege nur »an einer Show zur Rechtfertigung seines Tuns«.

Doch die Wirkung solch volkspädagogischer Hinweise blieb beschränkt. In fast allen Zeitungen tauchten Überschriften auf wie im Hamburger Abendblatt: »Der Angeklagte als Ankläger«. Die nur von einigen Kriegsgegnern bisher behauptete Parallele zum Reichstagsbrandprozeß ist plötzlich in aller Munde: Milosevic habe »den Spieß umgedreht«. Die Welt bemerkt am 16.02.02: »Er kehrte die Anklage, die auf Kriegsverbre...

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