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12.01.2016 / Feuilleton / Seite 10

Asymmetrische Kriegführung 

Wirtschaft als das Leben selbst

Helmut Höge

Auch die Armen sollten sparen – für Notfälle oder Zeiten der Arbeitslosigkeit. Dazu wurden im 19. Jahrhundert Sparkassen gegründet. Mit ihnen sollte die Bevölkerung zur Sparsamkeit erzogen werden. Vor allem die »unteren Schichten« sollten so oft wie möglich ein paar Groschen auf ihr »Sparkonto« einzahlen. Eine Zeit lang »schenkte« die Emder Sparkasse liederlichen Nichtsparern dann sogar Geld – für ein »One-Way-Ticket« nach Amerika. Sie sollten tunlichst aus Ostfriesland verschwinden.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich dann aber auch in Niedersachsen einiges verändert. Als dem Schriftsteller und »Russen« Wladimir Kaminer kein Berliner Kreditinstitut ein Konto einrichten wollte, sprang die Stadtsparkasse von Jever ein, die ihn bis heute noch gelegentlich einlädt und großzügig bewirtet.

Ansonsten haben sich die Sparkassen jedoch inzwischen halb (und gedanklich schon ganz) privatisiert. Ungeachtet ihres staatlichen Auftrags, zur »Vermögensbildung« möglichs...

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