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30.12.2015 / Schwerpunkt / Seite 3

Humanist im Flecktarn

Alexej Markow, Gründer der Kommunistischen Einheit. Ein Porträt

Susann Witt-Stahl

Er liebt Literatur, Remarque, Márquez, Puschkin, und klassische Musik. In einer Armee hat er nie gedient. »Der Krieg ist ein abstoßendes und zutiefst unmenschliches Geschäft«, sagt Alexej Markow im Interview mit jW. Dass er heute dennoch freiwillig Flecktarn trägt, sogar leitender Politkommissar einer militärischen Einheit ist und in der blutigen Kesselschlacht von Debalzewe gekämpft hat, sei der Einsicht geschuldet, dass es manchmal in der Geschichte »noch schlimmere Alternativen« gebe.

Der 1973 in Omsk geborene Sibirier hatte zunächst eine akademische Laufbahn eingeschlagen. Im Alter von 16 Jahren zog er nach Nowosibirsk und studierte Atomphysik. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verließ er die Universität und leitete viele Jahre die IT-Abteilung diverser Unternehmen. Als die Kiewer Putschregierung im April 2014 ihre »Antiterroroperation« gegen die beiden nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk startete, habe er zunächst nur Geld fü...

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