19.12.2015 / Wochenendbeilage / Seite 7 (Beilage)

Für Wissen und Fortschritt. Über »Radetzkymarsch«

Reinhard Jellen

»Unsere Großväter haben uns nicht viel Kraft hinterlassen, wenig Kraft zum

Leben, es reicht gerade noch, um unsinnig zu sterben.«

(Joseph Roth, Radetzkymarsch, Köln 1994, S. 102)

Im Jahr 1859 rettet der slowenische Infantrieleutnant Joseph Trotta dem österreichischen Kaiser Franz Joseph bei der Schlacht von Solferino das Leben und wird daraufhin in den Adelsstand erhoben. Fünfzig Jahre später wird sein Enkel Carl Joseph von seinem Vater zu einer Militärlaufbahn gedrängt, obwohl der sensible junge Mann dafür denkbar ungeeignet ist. Überall im Land, aber vor allem beim Militär zeigen sich im Vorfeld des Ersten Weltkriegs Verfallserscheinungen des Weltreichs, dessen Tage gezählt sind.

Mit dem Roman »Radetzkymarsch« (1932) ist Joseph Roth insofern sein Meisterstück gelungen, als er in der Darstellung des Schicksals der Familie Trotta den Werdegang einer ganzen Epoche, nämlich den Zerfall der k. und k. Monarchie erzählt. Mehr noch: Er schafft es immer wieder, durc...

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