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05.12.2015 / Feuilleton / Seite 10

Freundinnen der Schmetterlingskunde

Der britische Arthouse-Film »The Duke of Burgundy« ist eine dieser berüchtigten »Sachen für Kenner«

Peer Schmitt

Hat es je eine manieriertere Titelsequenz gegeben als die von Peter Stricklands Film »The Duke of Burgundy«? Eine Frau fährt mit dem Fahrrad durch die Natur, wechselweise blau und tiefrot eingefärbt werden Großaufnahmen diverser Insekten zwischengeschnitten, ebenso die in einigen Details auch schon recht merkwürdigen Credits, unterlegt ist das Ganze mit einem pseudo-Sixties-barocken Popsong der Gruppe (sie besteht aus zwei Frauen) Cat’s Eye. Abgeschlossen wird die Sequenz mit dem rot eingefärbten Bild eines Schmetterlings im Schaukasten. Die korrekte zoologische Bezeichnung steht, wie es sich gehört, dabei. Es handelt sich um ein Exemplar des Hamearis lucina, des Würfelfalters, in England nennt man ihn »Duke of Burgundy«.

Die Sache, um die es zu gehen scheint, wird also so offensichtlich gezeigt wie irgend möglich und auch bei ihrem korrekten, unmissverständlichen Namen genannt. Paradoxerweise ist natürlich ausgerechnet die präzise Bezeichnung nichts ander...

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