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02.12.2015 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: BRD-Auslandseinsätze

Jörg Kronauer

Nach dem Sieg des Westens im Kalten Krieg hatte die Bundesrepublik Deutschland es ziemlich eilig, ihre Bereitschaft zu militärischen Auslandsinterventionen zu demonstrieren. Bereits am 16. August 1990 – die Übernahme der DDR war noch nicht vollzogen – startete ein Minenabwehrverband der Deutschen Marine mit sieben Kriegsschiffen zur »Operation Südflanke« zunächst ins Mittelmeer und dann in den Persischen Golf. Der erste Bundeswehr-Auslandseinsatz, der bis zum 13. September 1991 andauerte, sicherte den westlichen Irak-Feldzug ab. Er markierte vorsichtig, aber doch unmissverständlich den Willen Bonns, die deutschen Streitkräfte in der neu anbrechenden Ära westlicher Hegemonie nicht mehr nur zur Landesverteidigung einzusetzen.

Schritt um Schritt weitete die Bundesregierung die Auslandseinsätze der Bundeswehr in den folgenden Jahren aus. Von 1992 bis 1996 betätigten sich deutsche Kriegsschiffe sowie deutsche Militärflieger im Rahmen der jugoslawischen Zerfalls...

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