Schwarzer Kanal
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25.11.2015 / Sport / Seite 16

Wo die Dinge passieren

Schluss mit der devoten Haltung vor dem Branchenprimus. Auf ins Mutterland

Simon Zeise

Als Napoleon sich Europa unterworfen hatte und am Hof des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. weilte, verneigten sich die Bediensteten vor ihm. Die Lippen der zarten Königin Luise sprachen den Kaiser der Franzosen mit »mon cousin« oder »Sire« an. Doch sobald er wieder aus Berlin abgereist war, sprachen sie von ihm hinter vorgehaltener Hand verächtlich nur noch vom »Nöppel«.

Solch heuchlerische Zustände herrschen heute noch in der Fußballbundesliga. Durch die Bank weg geben die Trainer aller 17 Vereine sinngemäß an, sie könnten froh sein, wenn sie sich von den Bayern nach 90 Minuten nur ein halbes Dutzend hätten einschenken lassen, denn München sei das Maß aller Dinge, Primus inter pares. Den Bayern offen den Kampf ansagen? Rebellen sind Geister der Vergangenheit.

Das kann sich doch keiner mehr anhören. Also, raus aus der Provinz, ins Exil nach England. Da wird noch echter Fußball gespielt, nicht so devotes Versteckspiel wie im Land des verschobenen So...

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