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25.11.2015 / Thema / Seite 12

Entschädigungslos enteignen

Der 25. November 1925 bildete den Auftakt für eine breite Volksbewegung zum Umgang mit den Vermögen der deutschen Fürstenhäuser

Manfred Weißbecker

Nach dem November 1918, als die radikale, ja sogar entschädigungslose Enteignung der deutschen Herzoge und Könige möglich und auch zu realisieren gewesen wäre, wurde jahrelang verhandelt. Es floss viel Geld in die Schatullen deutschen Fürsten, die zwar unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg im revolutionären Sturm rasch ihre Throne und Kronen verloren, doch ihre umfangreichen Besitztümer weitgehend behalten hatten. Halbherzig und inkonsequent verhielt sich der »Rat der Volksbeauftragten«, der keine Klärung der Vermögensverhältnisse anstrebte. Wohl hatte er angekündigt, Großgrundbesitzer seien ebenso wie Großindustrielle zu enteignen, allerdings habe dies erst nach der Schaffung einer neuen Reichsverfassung und auf deren Grundlage zu erfolgen. Über das Eigentum der Fürsten sollte zudem nur in den einzelnen Ländern beschlossen werden. Die Orientierung des Rats lautete: Alle Entscheidungen auch über die beschlagnahmten Vermögen haben »rechtsstaatlich« zu erfo...

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