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28.11.2015 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Gestrandet in der Wüste

Vom Westen abgewälztes Problem: Im tunesisch-libyschen Grenzgebiet warten etliche Kriegsflüchtlinge noch immer auf einen ­sicheren Bleibeort

Florian Möllendorf, Tunis

Schweigend raucht Bright eine Zigarette, lässt seine müden Augen durch den Raum wandern. Der 32jährige sitzt in der ehemaligen Cafeteria des Choucha-Lagers im Grenzgebiet zwischen Tunesien und Libyen. Ein Tresen und eine verstaubte Auslage aus Glas erinnern noch daran, dass in dem zerschlissenen Zelt einmal Tee, Kaffee und Snacks angeboten wurden. Aus einem Fernseher schallt ohrenbetäubender Lärm. Ein paar Männer sitzen auf Plastikstühlen um das Gerät herum. Teilnahmslos starren sie auf den Bildschirm. Auf einem Plastiktisch liegen Taschenlampen, Mobiltelefone und Rasierapparate. Fette Käfer krabbeln über den Sandboden. Es ist drückend heiß. »Schon viele Journalisten haben da gesessen, wo du gerade sitzt. Doch passiert ist bislang nichts. Nach viereinhalb Jahren leben wir noch immer in der Wüste«, sagt Bright schließlich resigniert. Dann verstummt er wieder. Der Nigerianer ist der Vertreter von »Voice of Choucha«, einer Gruppe von sechzig Flüchtlingen, di...

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