10.11.2015 / Inland / Seite 8

»Das unterstellt, ich wäre zu blöd zu wissen, was ich tue«

Auf den Frankfurter Prostitutionstagen wird der Gesetzentwurf zum »Schutz« von Huren diskutiert. Ein Gespräch mit »Wildkatze«

Interview: Gitta Düperthal

Im Mittelpunkt der vierten Frankfurter »Prostitu­tionstage« am kommenden Wochenende steht der Entwurf der Bundesregierung zum sogenannten Prostituiertenschutzgesetz. Sie werden dort einen Vortrag aus Sicht einer Sexarbeiterin halten. Wie wird das für 2016 geplante Gesetz Ihren Berufsalltag verändern?

Ich mache das nebenberuflich und reise dafür viel. Beispielsweise rufen mich Geschäftsleute an, ob ich einen Hotelbesuch im Umkreis von Freiburg machen kann. Wenn das Gesetz verabschiedet ist, werde ich solche Termine nicht mehr wahrnehmen können. Denn ich müsste mich am jeweiligen Ort zuvor anmelden und meine Tätigkeit genehmigen lassen. Laut Gesetz soll es eine drei- bis fünftätige Bearbeitungszeit des Amtes an Werktagen geben. Aber oft rufen Freier an und fragen, ob ich in einer halben Stunde Zeit habe. Ich muss also ab nächstem Jahr mit erheblichen Einbußen rechnen, wenn ich mich an die Auflagen halte.

Welche weiteren Probleme sehen Sie mit dem Ge...

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