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07.11.2015 / Ausland / Seite 7

»Disziplinierte Demokratie«

Myanmars Militärs lassen wählen und inszenieren sich als Gralshüter der nationalen Einheit

Rainer Werning

Wenn am Sonntag in Myanmar, dem früheren Birma, die ersten landesweiten freien Wahlen seit 25 Jahren stattfinden, haben dessen Streitkräfte (Tatmadaw) allen Grund zum Feiern. Dann nämlich wird ein Prozess abgeschlossen sein, den sie selbst vor zwölf Jahren eingeleitet haben. Ab 2003 verfolgte die Militärjunta unter dem damaligen Ministerpräsidenten Khin Nyunt einen »Sieben-Punkte-Plan«, durch den das Land bis 2015 demokratisiert werden sollte. Doch die wesentlichen Schritte zur »disziplinierten Demokratie« erfolgten erst unter dessen Nachfolger Than Shwe, Myanmars starkem Mann von 2004 bis 2011. Dieser verpasste sich selbst den Titel »Senior General«, um so seinen exklusiven Herrschaftsanspruch zu untermauern.

Nach nur drei Jahren im Amt galt Than Shwe bereits als die mit Abstand meistgehasste Person des Landes. Im Herbst 2007 hatte er einen von Mönchen und Studenten angeführten Aufstand brutal niederschlagen lassen. Nur wenige Monate später verscherzte er...

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