07.11.2015 / Inland / Seite 2

»Die Behörde argumentiert rein formal«

In Braunschweig darf Bragida am Jahrestag der Pogromnacht zentral aufmarschieren, während Linke zurückstehen müssen. Gespräch mit Sebastian Wertmüller

Gitta Düperthal

Die Stadt Braunschweig hat eine vom »Bündnis gegen rechts« angemeldete Versammlung, um an die Pogromnacht am 9. November 1938 zu erinnern, vom Platz vorm Rathaus an einen anderen Ort verlegt. Dort darf jetzt statt dessen der lokale Pegida-Ableger Bragida aufmarschieren. Wie kam es dazu?

Das »Bündnis gegen rechts« hatte die Versammlung für diesen zentralen Platz angemeldet; sowohl als Gegenveranstaltung zu Bragida als auch, um an die Pogrome zu erinnern, die damals gegen Juden stattfanden. Die Behörde argumentiert rein formal: Der Pegida-Ableger habe zuerst angemeldet. Das »Bündnis gegen rechts« und der ver. di Bezirk Süd-Ost-Niedersachsen kritisieren das. Die Stadt hätte eine politische Entscheidung treffen müssen, damit Bragida nicht an dem Tag, der an die Pogromnacht 1938 erinnern soll, an solch zentralem Ort aufmaschieren kann. Bei unserer Kundgebung wird unter anderem die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Braunschweig, Renate Wagner-Redding, ...

Artikel-Länge: 4321 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe