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06.11.2015 / Feuilleton / Seite 10

»Nach Jahren des Suchens«

In Berlin ehrt heute die Volksbühne ihren Schauspieler Joachim Gottschalk, der von Nazis in den Tod getrieben wurde. Ein Gespräch mit Rosemarie Killius

Interview: Christof Meueler

Am heutigen Freitag ehrt die Volksbühne ihren Schauspieler Joachim Gottschalk, der von den Nazis am 6. November 1941 in den Selbstmord getrieben wurde, durch das Aufstellen einer alten Büste, die Sie in Berlin gefunden haben. Sie stammt von Knud Knudsen aus dem Jahr 1946. Wie und wo haben Sie diese Büste gefunden?

Ich hatte eine Gottschalk-Büste von Knudsen aus dem Jahr 1957 in Frankfurt am Main ausfindig gemacht, sie wurde 2014 im Schauspiel Frankfurt wieder aufgestellt. Im Laufe meiner Forschungen bemerkte ich, dass Knudsen bereits 1946 für seinen Freund Gottschalk eine erste Büste gestaltet hatte. Sie war nach dem Krieg im Berliner Schillertheater aufgestellt worden, von dort aber wieder verschwunden. Durch viele Suchaktionen und Herumfragen bei Ämtern, in Theatern, auch bei Jürgen Flimm im Schillertheater, erfuhr ich schließlich, dass sie in der Stiftung Stadtmuseum in Haselhorst steht, dort habe ich sie dann auch gesehen – nach Jahren des Suchens.

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