05.11.2015 / Feuilleton / Seite 11

Erinnerung unerwünscht

Auf der Frankfurter Buchmesse gab sich Gastland Indonesien offen im Umgang mit dem Massenmord an Kommunisten vor 50 Jahren. Auf dem Literaturfestival in Bali wurde das Thema nicht zugelassen

Anett Keller

Im Oktober lobten deutsche Feuilletonisten einhellig Indonesiens offenen Umgang mit der Vergangenheit. Das Gastland der Frankfurter Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober hatte mehrere Übersetzungen von Romanen präsentiert, deren Autorinnen und Autoren sich mit dem antikommunistischen Massaker vor 50 Jahren auseinandersetzen.

Indonesien hatte bis 1965 die drittgrößte kommunistische Partei der Welt. Nach einem missglückten Putsch durch linke Offiziere riss die Rechte im Militär, geführt von Suharto und aktiv unterstützt von den USA und ihren Verbündeten, die Macht an sich. Bis zu drei Millionen Menschen – tatsächliche und vermeintliche Linke – fielen dem Morden von Militärs und Milizen damals zum Opfer. Hunderttausende weitere Menschen wurden – meist ohne Gerichtsverfahren – in Gefängnisse und Arbeitslager gesperrt. Bis heute ist die Kommunistische Partei in Indonesien verboten. Bis heute sind die Täter von damals straffrei.

Seit Suhartos Rücktritt 1998...

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