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05.11.2015 / Ausland / Seite 2

»Nach Serbien abzuschieben ist ein Verbrechen«

Viele Flüchtlinge im Winter in Camps und Diskriminierung von Roma: Alltag in dem Balkanstaat. Gespräch mit Annette Groth

Interview: Wolfgang Pomrehn

Sie haben sich Ende Oktober in Serbien ein Bild von der Lage der Flüchtlinge gemacht, die auf der sogenannten Balkanroute den Weg nach Mittel- und Nordeuropa suchen. Was sind Ihre Eindrücke?

Im Süden Serbiens, in Presevo an der mazedonischen Grenze, hat sich die Situation in den letzten Wochen verbessert. Es wird heißer Tee ausgeschenkt, es gibt Zelte. Eines davon, das »Ärzte ohne Grenzen« stellt, ist beheizbar. Das Camp ist vergrößert worden. Die UN-Flüchtlingshilfe UNHCR hat zwei Container aufgestellt. Während es vor vier Wochen, als ich das erste Mal dort war, sehr heiß war, ist es jetzt schon ziemlich kalt, zumal der Ort ziemlich hoch liegt. Je kälter es wird, desto prekärer wird es für die Flüchtlinge. Ich habe eine junge Frau gesehen, die mit einem einen Monat alten Baby unterwegs war.

Die meisten Züge aus Mazedonien kommen nachts an. Ab fünf Uhr ist es stockdunkel, und die Menschen müssen stundenlang warten und frieren. Die Leute stehen dan...

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