24.10.2015 / Thema / Seite 12

Rechte Ordnungszelle

In Sachsen hat die seit 1990 regierende CDU ein System aus Vetternwirtschaft und Ämterpatronage geschaffen und den Erfolg rechter Bewegungen und Parteien stark begünstigt

Klaus Bartl

In den Anfangsjahren der Weimarer Republik galt Bayern konservativen und nationalistischen Kreisen als »Ordnungszelle des Reiches«. Nach der Novemberrevolution 1918 und der blutigen Niederschlagung der Münchener Räterepublik 1919 entwickelte sich der neu entstandene Freistaat zu einem Paradies für völkisch-nationalistische und rechtsradikale Gruppen aller Couleur. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die strikt antisozialistische, gegen die Arbeiterbewegung gerichtete Politik Gustav von Kahrs. Für Kahr, der in dieser Zeit u.a. Ministerpräsident des Freistaates bzw. quasi diktatorisch agierender »Generalstaatskommissar« war, und für weite Teile des sich nach rechts radikalisierenden Bürgertums hatte Bayern damit Vorbildcharakter für die ihrer Meinung nach »verjudete«, »marxistische« Republik, die aus der Novemberrevolution hervorgegangen war. Vom antisozialistisch, antisemitisch, national-konservativ und monarchistisch gesinnten Bayern aus sollte si...

Artikel-Länge: 19708 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe