19.10.2015 / Feuilleton / Seite 11

Die zigköpfige Hydra

Irie Révoltés verwandeln die Welt auf ihrer Albumtour in einen anderen Ort

Ken Merten

Der Sommer gehört den Open-Air-Festivals, in den kalten Monaten tingeln Musiker durch Clubs, autonome Zentren und sonstige Absteigen mit verminderter Lebensqualität durch dicke Luft und wenig Platz. Am Donnerstag kamen einige hundert Bazillenschleudern in der Berliner Columbiahalle zusammen. Direkt nebenan fragten Virenherde im Nassen nach Tickets für ein ausverkauftes Shakira-Konzert und schienen, Bauchtanz hin, Latinpop her, einfach nur irgendwo unterkommen zu wollen. Die kleinere Columbiahalle wäre da nicht die schlechteste Wahl gewesen. Von einer neunköpfigen Hydra wurden einem hier Dancehall, Ska, Deutschpop, Nichtdeutschpop und Reggae um die geschwollenen Ohren gehauen. Irie Révoltés heißt das Ungetüm, eine 2000 in Heidelberg gegründete, bilinguale Band, deren Mitglieder schnell als Antifanten identifizierbar sind.

»Ich konnte mir nie vorstellen, Musik ohne Politik zu machen«, sagte Pablo »Mal Élevé« Charlemoine, einer von drei Sängern der neunköpfi...

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