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07.10.2015 / Ansichten / Seite 8

Offenbar ein Kriegsverbrechen

Bombardierung von MSF-Krankenhaus in Kundus

Knut Mellenthin

Ein ziviles Krankenhaus in der nordafghanischen Stadt Kundus wurde durch einen US-amerikanischen Luftangriff zerstört. 22 Menschen – zehn Patienten, darunter drei Kinder, und zwölf Ärzte und Pfleger – starben.

Wer gab den Befehl? Die Frage ist eindeutig zu beantworten: Das konnte nur ein hochrangiger Angehöriger der US-Streitkräfte tun, wer immer es war. Vermutlich befand er sich in der Kommandozentrale in Kabul und gehört zum Stab von General Campbell, der sowohl die US-amerikanischen als auch die NATO-Truppen in Afghanistan befehligt.

Wusste der Verantwortliche, dass das Angriffsziel ein Hospital war? Höchstwahrscheinlich, denn die Organisation »Ärzte ohne Grenzen« (Médecins Sans Frontières, MSF), die die Klinik betrieb, hatte wiederholt, zuletzt zwei Tage vor dem Massaker, die Koordinaten der Einrichtung mitgeteilt. Außerdem versuchte MSF vergeblich, die Attacken durch Anrufe bei US-amerikanischen Militärdienststellen in Kabul und Was...

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