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12.09.2015 / Thema / Seite 12

Großes Geschacher

Die »Zwei plus vier«-Verhandlungen: Milliardenpoker um die Ausdehnung der NATO und um die Souveränität der BRD

Jörg Roesler

Am 12. September 1990 trafen sich die Außenminister der UdSSR, Frankreichs, Großbritanniens und der USA, d. h. die Vertreter der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges sowie die Außenminister der BRD und der DDR im renommierten Moskauer Hotel »Oktober«. Die Bedeutung der Veranstaltung unterstreichend war auch das sowjetische Staatsoberhaupt Michail Gorbatschow anwesend. Die Außenminister unterzeichneten ein Abkommen mit einem wenig aussagekräftigen Namen: »Vertrag über die abschließende Regelung in bezug auf Deutschland«. In der hiesigen Publizistik wurde er bald als »Zwei plus vier«-Vertrag bezeichnet, nach den teilnehmenden Ländergruppierungen – den beiden deutschen Staaten und den vier Alliierten.

Was in Moskau zum Abschluss kam, hatte am 13. Februar 1990 in der kanadischen Hauptstadt Ottawa seinen Anfang genommen. Auf einer Tagung der Außenminister der Mitgliedsstaaten der NATO und des Warschauer Vertrags wurde über vertrauensbildende Maßnahmen u...

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