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03.09.2015 / Feuilleton / Seite 11

Bebilderung fürs Ausland

Sergej Loznitsas Dokumentarfilm »Maidan« zeigt den Geisteszustand der heutigen Ukraine

Reinhard Lauterbach

Filme über historische Ereignisse müssen weder wahr noch ausgewogen sein. Sie entstehen im Kopf ihres Regisseurs, und sie erzählen dessen Geschichte. Dass der gut zwei Stunden lange Dokfilm »Maidan« des in Kiew und Moskau aufgewachsenen, heute in Deutschland lebenden Regisseurs Sergej Loznitsa die Ereignisse verherrlicht, die er im Titel führt, ist somit kein besonders gescheiter Vorwurf. Es ist auch wenig überraschend, dass im Abspann lauter »übliche Verdächtige« als Förderer des Films erwähnt werden: von der niederländischen Filmförderung über Radio Liberty bis zur ukrainischen Botschaft in Litauen. Man nennt so etwas Propagandakunst und geht angesichts dieser Sponsorenliste wohl nicht fehl, wenn man in »Maidan« die Bebilderung des offiziellen ukrainischen Narrativs über die Ereignisse vor dem Machtwechsel im Februar 2014 sieht. Eine Bebilderung fürs Ausland übrigens: Das meterhohe Bild von Stepan Bandera neben der Bühne des »Euromaidan« ist im ganzen F...

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