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26.08.2015 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Erpressung in Brasilien

Gewerkschaft CNM/CUT lehnt Lohnkürzungen ab, Daimler setzt 1.500 Arbeiter im Lkw-Werk São Bernardo auf die Straße. Belegschaft im Streik

Daniel Behruzi

Brasiliens Gewerkschafter sind überrascht. Gerade erst hat die Regierung unter Dilma Rousseff eine Kurzarbeitsregelung nach deutschem Vorbild beschlossen, um Entlassungen wegen des wirtschaftlichen Einbruchs zu vermeiden. Und dann ist es ausgerechnet das deutsche Vorzeigeunternehmen Daimler, das diese Möglichkeit nicht nutzt und in seinem Lkw-Werk São Bernardo do Campo statt dessen 1.500 Beschäftigte auf die Straße setzt. Die Belegschaft versucht, das mit einem unbefristeten Streik zu verhindern.

»Sehr merkwürdig« findet Valter Sanches das Vorgehen des Konzerns. Der Kommunikationschef der Metallergewerkschaft CNM/CUT kann nicht verstehen, warum Daimler eine Regelung ablehnt, die ganz und gar nach dem hiesigen Kurzarbeitsmodell gestaltet wurde. »Wir sind bereit, mit dem Unternehmen einen fairen Kompromiss zu schließen, um die schwierige Situation zu lösen«, betonte Sanches, der seit einigen Jahren die internationalen Belegschaften im Daimler-Aufsichtsrat v...

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