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25.08.2015 / Feuilleton / Seite 10

Verrenken ums Gedenken

Wer erinnert ans Münchner Abkommen? Anmerkungen zum Jahrestag des Hitler-Stalin-Pakts

Matthias Krauß

Am Sonntag wurde der »Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus« begangen. Den hat das EU-Parlament 2008 eingerichtet. Anlass war der auf den 23. August 1939 datierte Pakt zwischen der Sowjetunion Stalins und dem Deutschen Reich Hitlers. Vor allem Politiker vom Balkan, aus dem Baltikum, Tschechien und Polen traten für den Gedenktag ein; im Falle Litauens wohl mit zwiespältigen Gefühlen. Schließlich heißt es im berüchtigten geheimen Zusatzprotokoll des Pakts: »Das Interesse Litauens am Wilnaer Gebiet wird beiderseitig anerkannt.« Die heutige litauische Hauptstadt gehörte da noch zu Polen.

Selbstredend stellt der Gedenktag in erster Linie Russland an den Pranger. Seiner Einführung vorausgegangen war die »Prager Erklärung« vom 3. Juni 2008, zu deren Erstunterzeichnern neben Joachim Gauck zahlreiche tschechische Politiker wie Václav Havel gehörten. Auch die damalige EU-Ratspräsidentschaft unter Václav Klaus unterstützte die Initia...

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