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22.08.2015 / Feuilleton / Seite 11

Alles so wahnsinnig sozial

Eine Welt, die sich um acht Cent dreht: Soziologen beschreiben das Flaschensammeln in München

Johannes Supe

Herr M. hat ein Problem. Der 56jährige ist Diplomingenieur ohne Job. Seit zwei Jahren lebt er vom Arbeitslosengeld II, in seinem Fall 310 Euro im Monat. Doch die sind zur Monatsmitte bereits weg. Wie er trotzdem über die Runden kommt? Dank Dosen- und Flaschenpfand. Herr M. sammelt Flaschen in München. Sogar das wird ihm noch schwer gemacht. »Das Schlimmste, was uns passieren konnte, ist diese doofe Idee, leere Flaschen und Dosen auf oder neben den Müllbehälter zu stellen«, schimpft Herr M. Da könne jede Hausfrau, die nie in ihrem Leben in einem Kübel wühlen würde, das Leergut bequem mitnehmen. »Seit diese Methode praktiziert wird, verdiene ich am Tag fast um die Hälfte weniger.« Die Hälfte, das sind eine Handvoll Centmünzen. Mal fünf, mal drei, mal mehr Euro – immer für mehrere Stunden des Suchens am Tag.

Die Hochschule für angewandte Wissenschaften in München hat sich mit dem Flaschensammeln beschäftigt. Grund dafür sind Philipp Catterfeld und Alban Knec...

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