20.08.2015 / Feuilleton / Seite 11

Was für ein loser Geselle

Hugo Pratts »Südseeballade« von Corto Maltese, dem Anarchisten, gilt als eine der ersten Graphic Novels. Zum heutigen 20. Todestag des Schöpfers ist eine Neuausgabe erschienen

Frank Schäfer

Hugo Pratts Leben ähnelte in manchem dem seiner berühmtesten Erfindung Corto Maltese. Immer wieder geriet Pratt, ein Großneffe des großen Stummfilmmimen Boris Karloff, zwischen die Fronten sich bekämpfender Weltmächte, und schon als Teenager musste er lernen, dass die Entscheidung über Recht und Unrecht mitunter nur eine Frage der Nationalität ist. Der sehr eigenwillige ethische Pragmatismus seines Helden, der sich in seinem ersten Abenteuer als Pirat verdingt und doch auch ein guter Kerl und loyaler Freund sein kann, hat hier ganz offensichtlich seinen Ursprung.

Als Kind emigrierte Pratt mit seinen Eltern ins italienische Protektorat Abessinien (Äthiopien/Eritrea). 1941 wurde er verhaftet, als Haile Selassi mit alliierter Hilfe die Faschisten aus dem Land trieb. Sein Vater starb in englischer Kriegsgefangenschaft. Er selbst konnte mit Glück nach Italien entkommen, wo er von der SS aufgegriffen und fast als Spion hingerichtet wurde. Etwas später fand man ...

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