14.08.2015 / Titel / Seite 1

Feuer im »Nazidorf«

Im mecklenburgischen Jamel brennt der Hof einer antifaschistisch engagierten Familie. Behörden gehen von Vorsatz aus

Michael Merz

»Wir machen weiter, jetzt erst recht!« Birgit Lohmeyer klingt fest entschlossen, als sie diesen Satz am Donnerstag vormittag sagt. Obwohl der Schock tief sitzen muss. In der Nacht zuvor ist eine 240 Quadratmeter große Scheune auf ihrem Forsthof niedergebrannt. Polizei, Staatsanwaltschaft und die Familie Lohmeyer, die in dem als »Nazidorf« bekanntgewordenen Ort Jamel in Nordwestmecklenburg lebt, gehen von Brandstiftung aus. In zwei Wochen soll hier zum neunten Mal ein Rockfestival gegen rechts stattfinden. Dem Ehepaar Lohmeyer wird darüberhinaus am letzten Augustwochenende für sein antifaschistisches Engagement der Georg-Leber-Preis für Zivilcourage der IG BAU überreicht.

Seit 2004 sind die Lohmeyers in Jamel ansässig, einem kleinen Dorf nahe der Ostseeküste, dessen Einwohnerschaft fast ausschließlich aus Neonazis und ihren Angehörigen besteht. »Die wollen hier ihre heile Naziwelt ausleben«, sagte Birgit Lohmeyer, die als Autorin arbeitet, gestern gegenübe...

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