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13.08.2015 / Feuilleton / Seite 11

Der gute Mann und das Racket

Vor 150 Jahren starb in einer Wiener Psychiatrie der Begründer der Hygiene, Ignaz Semmelweis. Die Ärzteschaft hatte sich eines großen Kritikers entledigt

Christoph Horst

Max Horkheimer hat die Ärzteschaft noch als Racket beschrieben, als streng hierarchisierte Clique – wer nicht bedingungslos folgte, wurde ausgeschlossen. Heute stehen Ärzte stärker in Konkurrenz zueinander, was für die Patientenversorgung nicht weniger problematische Folgen hat. Im Wien der Mitte des 19. Jahrhunderts aber hatte der Standesgedanke Hochkonjunktur. »Götter in Weiß« schwebten über den Sterblichen. In dieser historischen Situation gewann der am 1. Juli 1818 im ungarischen Buda geborene Mediziner Ignaz Semmelweis eine folgenschwere Erkenntnis: Er und seine Kollegen waren im noch jungen Fachbereich der Gynäkologie für den Tod von Patientinnen verantwortlich. Semmelweis kämpfte für die Beseitigung dieses Missstands, zahlte das mit seiner psychischen Gesundheit und letztlich mit seinem Leben.

Im Wiener Krankenhaus, an dem Semmelweis ab 1844 als frisch promovierter Assistent arbeitete, gab es zwei unterschiedliche Entbindungsstationen, in die nach ...

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