Gegründet 1947 Sa. / So., 19. / 20. Oktober 2019, Nr. 243
Die junge Welt wird von 2216 GenossInnen herausgegeben
12.08.2015 / Schwerpunkt / Seite 3

»Der Staat hat schuld an dem Attentat«

Ihr Sohn Bedrettin fiel als Freiheitskämpfer in Kobane. Danach wurde sie Augenzeugin des Suruc-Massakers. Ein Gespräch mit Sabiha Akdeniz

Peter Schaber, Suruc

Sie waren auf dem Weg nach Kobani, als Sie in der an der syrischen Grenze gelegenen türkischen Stadt Suruc Augenzeugin jenes Bombenattentats auf sozialistische Jugendliche wurden, das am 20. Juli 32 Menschen das Leben kostete. Zuvor ist Ihr Sohn in Rojava im Norden Syriens bei der Verteidigung der Revolution gefallen. Was waren seine Beweggründe, dorthin zu gehen?

Schon bevor er nach Kobani ging, war mein Sohn nach Suruc gefahren und hat dort humanitäre Hilfe an der Grenze geleistet. Er hat dort oft mitgearbeitet, er ist immer wieder hingefahren. Er hat mir gesagt: Ich ertrage den Anblick nicht mehr, ich halte das nicht mehr aus. Ich habe die Verwundeten gesehen, ich habe gesehen, wie der Staat dort mit den Menschen umgeht. Einmal hat die Polizei ein Auto angezündet, das voll mit Hilfsgütern war, und die Helfer dann daran gehindert, es zu löschen. Er hat grundlose Verhaftungen gesehen und viel Unterdrückung. Er könne nicht mehr schlafen, wenn er an...

Artikel-Länge: 9110 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €