08.08.2015 / Feuilleton / Seite 10

Der Unbotmäßige

Der Historiker Eberhard Czichon fühlt sich der Wahrheit verpflichtet. Heute feiert er seinen 85. Geburtstag

Wiljo Heinen

»Du kannst alles schreiben«, so Eberhard Czichon am Telefon, und es gehe ihm gut, nur das Laufen … Aber zu den Parteiversammlungen würde er abgeholt. In seinem Alter dürfe er sich auch mal fahren lassen. Ja – darf er, denn heute feiert er seinen 85. Geburtstag.

Gehört »unbotmäßig« zu sein zu den Eigenschaften eines guten Historikers? Die eigene Forschung auf Fakten aufzubauen und ihre Ergebnisse gegen eine tatsächliche oder vermeintliche Obrigkeit zu verteidigen, auf jeden Fall. Genau so ein Historiker ist Czichon.

1967 wurde er in der BRD mit seinem Buch »Wer verhalf Hitler zur Macht?« bekannt, berüchtigt 1970. Gegen seine Studie »Der Bankier und die Macht« klagte Hermann Josef Abs, Exvorstandssprecher der Deutschen Bank, weil es die Nazivergangenheit des Geldinstituts aufdeckte. Was dessen Anwalt nicht wusste: In New York hatte ein Historiker Mikrofilme des Amts der US-Militärregierung für Deutschland (OMGUS) gefunden und Kopien gelangten über Tel Aviv ...

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