23.07.2015 / Titel / Seite 1

Keine Einheit, nirgends

Zum 25. Jubiläum der Einverleibung der DDR reißen die Jubelfeiern nicht ab. Ausgerechnet die Studie »So geht Einheit« belegt: Es war gar keine Vereinigung

Sebastian Carlens

»Am Anfang stand ein politischer Willensakt«, befinden die Autoren einer neuen Erhebung zu 25 Jahren deutscher Einheit, die vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung am Mittwoch in der Hauptstadt vorgestellt wurde. So war das also 1990 mit dem Ende der DDR. Oder doch nicht? Bereits im Editorial der Studie wird das glatte Gegenteil behauptet: »Warum die Einheit ein Prozess und kein politischer Willensakt ist«.

Was diese Einheit nun ist oder war, kann die Untersuchung nicht klären. »1990 geschah ein Wunder«, darauf einigen sich die Autoren schließlich. Immerhin, zu den Folgen dieses völkerrechtlichen Mirakels liefert die Ausarbeitung nützliche Daten. Denn Helmut Kohls Wort von den »blühenden Landschaften« ist tatsächlich Wirklichkeit geworden, nur nicht in den neuen Ländern: Die gewaltige Bevölkerungsabwanderung (zwei von 17 Millionen Menschen haben seit 1990 den Osten verlassen) hat nahezu alle Westbundesländer wachsen, alle ostdeutschen h...

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